Manchmal sind es die kleinsten Dinge, die ein Leben in eine bestimmte Richtung stoßen. Bei Monika Groth war es ein Buch. Oder besser gesagt: viele Bücher. Aufgewachsen in Thüringen, als Kind einer alleinerziehenden Mutter in der DDR, waren Geschichten für sie nicht bloß Unterhaltung, sie waren eine Flucht und ein Fenster nach draußen. Sprache wurde zu einem Raum, der größer war als jene Kleinstadt, in der sie festsaß.
Monikas literarischer Werdegang
Mit zehn begann sie zu schreiben. Nicht, weil sie Schriftstellerin werden wollte, sondern weil es keine andere Möglichkeit gab, das Alleinsein auszuhalten. Wörter wurden zu Weggefährten und zu einem stillen Dialog mit sich selbst.
Mit siebzehn floh sie nach Ostberlin. Es war eine bewusste Flucht: raus aus der Enge, hinein in eine Welt voller Bewegung und Geschichten. Der Film wurde ihr Zuhause, zunächst als Regieassistentin, später an der Filmhochschule in Babelsberg. Sie arbeitete viele Jahre im Fernsehen, vor allem dokumentarisch. Immer ging es um das Festhalten, das Erzählen und das Unsichtbare sichtbar machen.
Doch mit der Geburt ihrer Kinder verschob sich ihr Fokus. Aus der Arbeit an den Stoffen anderer wurde das Bedürfnis, eigene Geschichten in die Welt zu setzen. Für Theater, für Film und wieder für die Literatur.
Heute arbeitet Monika an Projekten, die genau diesen Kern tragen: Brüche, Herkunft, Wahrheit und Nähe. Sie entwickelt das Jugendtheaterstück “Dachgespräche” und schreibt an einem Prosaprojekt über ihre Herkunft im Osten. All das wirkt wie ein Kreis, der sich schließt.
Autofiktionaler Roman
Records from an Eastern Girl – ist ein autofiktionaler Roman in zwei Teilen. Teil 1 ist fertig gestellt und erzählt in zehn musikalisch betitelten Kapiteln von einer ostdeutschen Jugend und dem Erwachsenwerden im Schatten des Systems. Es ist die Geschichte eines Mädchens, das nach Sprache, Freiheit, Sinnlichkeit und Selbstbehauptung sucht – in einer Welt, die alles daran setzt, sie klein zu halten.
Jedes Kapitel ist mit einem Song verknüpft – von Led Zeppelin bis Frank Zappa, von Meat Loaf bis zu Aphrodite’s Child – und entfaltet entlang dieser Klangspur ein autobiografisches Fragment. Die Episoden führen vom ersten Sex im Plattenbau über ein verhängnisvolles Verhör bei der Stasi bis hin zur filmischen Selbstfindung nach dem Mauerfall.
Es sind Geschichten von Männern, die kamen und gingen, von Freundschaften, die hielten oder verrieten, von Wohnungen mit Außenklo, von trunkenen Nächten am Strand von Hiddensee. Und es ist auch die Geschichte einer Frau, die in sich selbst die größte Fremde bleibt – bis sie beginnt, sich über die Sprache zurückzuerobern.
Stil und Besonderheit:
Der Text ist atmosphärisch dicht, sinnlich und lakonisch zugleich. Er arbeitet mit präziser Erinnerung, subjektiver Perspektive und einem feinen Gespür für Zwischentöne. Es entsteht ein intimes, literarisches Porträt einer Frau zwischen Sehnsucht und Selbstermächtigung – mit dem Soundtrack ihres jungen Lebens.
Entstehung des Romans:
Der Impuls für dieses Buch war der Wunsch, meinen Kindern die DDR und meine Jugend dort nahezubringen. Beim Durchblättern alter Tagebücher entdeckte ich einen Schatz aus Geschichten und Episoden, die es wert waren, festgehalten zu werden. Aus diesen Erinnerungen entstand die literarische Figur Joni Müller – und mit ihr eine autofiktionale Erzählung, in der reale Erlebnisse, Musik und Fiktion miteinander verschmelzen.
Monika Groth auf Autor sucht Couch
Monika Groth bringt mit ihrem reichen Erfahrungsschatz aus Film, Theater und Literatur eine besondere Stimme in die Gegenwartsliteratur. Ihre Geschichten sind geprägt von Authentizität, Klarheit und einer feinen Beobachtungsgabe. Über Autor sucht Couch ist es möglich, diese außergewöhnliche Autorin direkt für Lesungen zu buchen. Zum Beispiel für eine Wohnzimmerlesung, auf einer Bühne im Café oder einer kulturellen Veranstaltung. Weitere Informationen und ihr Profil finden sich hier: Monika Groth auf Autor sucht Couch.
